Polizeigewalt in Ratzeburg (S-H)

Am Freitag, den 04.11.2011, verprügelten, folterten und schikanierten Polizisten in Ratzeburg (S-H) nachts eine Gruppe Jugendliche. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Geschichte, die sich schon oft in Ratzeburg und Umgebung so oder ähnlich abgespielt hat.
Am oben genannten Abend wurden mehrere Jugendliche von einer Person angegangen und angegriffen. Diese Person forderte auf eine aggressive Art und Weise die Ausweise der Jugendlichen. Diese hatten Angst, dass es nur ein Vorwand wäre, die Geldbörsen zu bekommen und fragten die Person nach ihrem Dienstausweis. Ein Ausweis wurde nicht gezeigt. Die Gruppe wollte sich daraufhin entfernen. In dem Moment wurde die Person handgreiflich, es kam zu Schlägen durch diese und Beleidigungen seitens des, wie sich später herausstellte, Polizisten. Die Person zeigte im Halbdunkel eine Waffe, die verdeutlichen sollte, dass sie von der Polizei sei. Das brutale Verhalten, die Pistole und das Nicht-zeigen-Können des Ausweises und einiges mehr verunsicherte die Jugendlichen derartig, dass sie die Polizei anriefen und versuchten in Sicherheit zu gelangen. Zeitgleich traf eine weitere Person ein, die dem Angreifer eine Taschenlampe gab, mit der die Jugendlichen angegangen werden sollten. Auch hier gab es keinen Grund für die ganze Aktion, sondern verbale Anfeindungen und eine aggressive Sprache. Die Jugendlichen geben an, dass diese Person lallte bzw. sehr undeutlich sprach, sodass sie davon ausgingen, diese sei betrunken. Die von den Betroffenen herbeigerufene Streifen-Polizei unternahm beim Eintreffen nichts, sondern schloss sich den Schikanen an. Dabei werden zwei, rein verbal agierende Jugendliche geschlagen.Die Polizisten ließen von den anderen Jugendlichen ab und widmeten sich einem 16 jährigen Jugendlichen aus der Gruppe. Der Jugendliche wurde zu Boden gedrückt und schmerzhaft, weil mit viel zu festen Handschellen gefesselt, fixiert – dabei kam es zu Schlägen. Danach wurde der Betroffene in den Polizeiwagen gebracht und auf dem Weg zur Wache von einem Beamten weiterhin immer wieder körperlich angegangen. Auf der Wache wurde er zu Boden gestoßen, ein Polizist schnürte ihm die Kapuze seiner Jacke über das Gesicht und würgte ihn dabei. Der Beamte sagte: „Wenn du kotzen musst, kotz dich selber voll.“ Der Jugendliche konnte weder sehen, noch richtig atmen und war die ganze Zeit über mit den Händen auf dem Rücken gefesselt. Auf dem Weg in die Zelle wurde der Betroffene gegen den Kopf getreten, herumgeschubst, an den Haaren über den Boden geschleift und geschlagen. In der Zelle wurde er schliesslich mit Gewalt komplett ausgezogen und ein Bluttest gemacht. Bis zur Entlassung zogen sich die Schikanen dann hin , ohne dass begründet wurde, warum der Jugendliche auf der Wache festgehalten wurde; trotz mehrmaligem Nachfragen. Außerdem wurde er nicht über seine Rechte aufgeklärt und durfte niemanden anrufen.


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